Setzkasten  31.01.2018

»Na?«, fragte mein Lehrmeister besorgt. Aber ich stemmte die bleischweren 25 Kilo Fraktur unfallfrei auf die Ablage. Alle Buchstaben blieben in ihren Fächern. Die sollte ich geordnet im Winkelhaken zu einem Choral sammeln. Die erste Aufgabe auf dem Weg zum Schriftsetzer – einem »Jünger Gutenbergs«. Damals war Johannes Gutenberg seit fast 500 Jahre tot – und man konnte sich für seine Erfindung der beweglichen Bleiletter keine Alternative vorstellen. Die Setzmaschine, mit der man ganze Zeilen in Blei goss, war ja nur eine industrielle Variante. Dann aber wurde die »Schwarze Kunst« von der Magie der Zukunft überholt. Ratz-fatz – und schon sind wir im digitalen Zeitalter! Fragen Sie mal, was ein Setzkasten ist. Sind das nicht diese Fächerkästen für Parfüm-Probefläschchen, Fingerhüte, Katzen-Figuren und solch Zeugs? Bitte nicht böse sein, Johannes. Wir sind nur deshalb so weit gekommen, weil wir 500 Jahre lang nach deiner Methode schlaue Bücher setzen konnten. – Am 3. Februar ist Gutenberg seit 550 Jahren tot – elf mal 50 Jahre. Und es ist der erste 50-Jahre-Gedenktag, an dem er nur im Museum mitspielt. Ruhe in Frieden, Johannes! – Blei adé! – Wir gehen noch weiter: Kupfer adé! Runde Preise bei den Büchern.

Günther Döscher

Weißt du noch?

Cover Dennoch haben wir gelacht [9783944459295 (2).jpg,908 KB]

Erinnerungen können sich auf wundersame Weise vermehren! »Dennoch haben wir gelacht...« 20 Zeitzeugen haben notiert, was sie in Dörfern und Städten, im Norden und Süden Deutschlands, im Ruhrpott, in Russland und Argentinien erlebten. Ihr »Damals« umfasst den Zeitraum 1933–1955. Lange schwiegen sie, weil es niemand wissen wollte. Die Zeit ist reif. Ein Buch, das Erinnerungen präsentiert – und die eigenen weckt. Das ist oft das Wichtigste daran.

Skipper im Winter

Seeluft-Titel

Seeluft macht hungrig – das merkt man natürlich auch, wenn man sich an sonnigen Wintertagen an Nord- und Ostsee-Küste ein bisschen Ozon in die Nase zieht. Für eingefleischte Skipper ist das eine harte Zeit. Das Boot steht in der Halle. Und wer es nicht aushält, findet irgendwas, das er daran verbessern könnte. Aber die nächste Wasser-Saison kommt bestimmt. Ulli Krauses Bord-Kochbuch »Seeluft macht hungrig« ist angetan, die Vorfreude anzuheizen, zum einen mit den Törn-Geschichten, zum anderen mit den Rezepten, die schon mal ausprobiert werden können ...

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SystemwechselEddie will leben [Eddie-Cover-RGB.jpg,110 KB]

500 Jahre Druck von Blei – heute geht es digital. In der Zwischenwelt verdiente sich Eddie Buchholz als Offset-Pionier eine goldene Nase. In seiner Klitsche im Gutenbergring hatte er gerackert, kaum Urlaub gehabt, immer püntlich Löhne gezahlt. Doch die neue Technik legte einen Zahn zu. Die Konkurrenz überholte ihn auf der Autobahn des Fortschritts. Eddie aber will nicht untergehen, will Versäumtes nachholen. Autor Peter Jäger lässt bodenständige Urgesteine, kreative Werbeprofis und ausgeflippte Typen mit Witz und Sachkenntnis lebendig werden. Er beschreibt in seinem szenisch strukturierten Roman den Existenzkampf eines fiktiven Mittelstands-Unternehmens und dessen Auswirkung auf Familie, Mitarbeiter und Freunde. Eine zeitnahe Geschichte aus der Selbständigkeit in unserer Zeit. Was würde Johannes Gutenberg dazu sagen. Am 3. Februar ist er 550 Jahre tot. LESEPROBE

 

Einer geht noch

TineWittler

Winter ist Bar-Saison. Tine Wittler – in ihrer Bar »Parallelwe.lt« gern mal selbst hinterm Tresen – mag diese Zeit. Der Sonne hatte sie einst den Namen »Gelbe Sau« verpasst, weil sie die Kunden aus der Bar lockte. Tine Wittler hat die Bar-Typen studiert, liebevoll bedichtet, mit Cocktail-Rezepten umrankt und in ein Buch gepackt. Marlies Schaper hat es schwungvoll illustriert. Mit »Tresenlyrik schlückchenweise« ist die »Lokalrunde« treffend erklärt – die richtige Lektüre für Leute, die nach einem Schnäpschen zum Philosophieren neigen … LESEPROBE

Insel-Literatur

Zur Zeit ist Helgoland die Kinderstube der Kegelrobben. Wer selbst auf der Düne durch den Sand robben möchte, kann sich jetzt ins Inselleben hineinlesen. Reimer Boy Eilers verlebte dort seine Kindheit. Die zerbombte Insel war seine Kindheits-Welt. Forscherdrang in den Katakomben. Mit dem Onkel zum Hai-Angeln. Vom Vater etwas über die Geschichte erfahren… In seinem Buch »Goethe, Glück und Helgoland« wird deutlich, wie und durch was die Insel ihn formte. Blättern Sie mal in die umfangreiche LESEPROBE

Faszination oder Kulturschock?

No Prolem SirIndien! Da will ich unbedingt hin! – Indien? Alles, nur das nicht! – Für den Neugierigen ein Ort der Sehnsucht. Für verwöhnte Touristen ein Kulturschock. Wer sich das Abenteuer zutraut, ist froh es zu überstehen – und ist er zu Hause, will er wieder hin. Und die Inder selbst? Jene, die dort sind, dort bleiben müssen? »No Problem, Sir!« Das ist der Satz, den Sven j. Olsson immer wieder hörte. Drei unterschiedliche Aufenthalte tauchten ihn immer wieder in ungewohnte Situationen. Indien ist Chaos – aber gefüllt mit Menschen, die in diesem Tohuwabohu ihren Ordnungssinn versteckt haben. Manchmal amüsiert es. Manchmal treibt es den Blutdruck in die Höhe. Oder kann man gar davon lernen? Alltagsgeschichten aus einer anderen Welt – dazu formatfüllende Bilder, die nicht nach Pracht und Schönheit suchen, sondern Indien zeigen, so wie es ist. Hier ist eine Leseprobe – und hier ein YouTube-Trailer – und hier können sie das ganze Buch erwerben: SHOP

 

Das war der 1. Fall

Der Tote im Yachthafen [9783944459264.jpg,104 KB]Sommer an der Ostsee. Für Autorin Frauke Mohr ist das Grömitz-Zeit. Dort auf dem Campingplatz entstand »Der Tote im Yachthafen«, während ihre Jungs Sandburgen bauten. Um einen Prachtbau im Naturschutzbereich geht es im Krimi. Irgendwie hat das Geld das Sagen – und schließlich noch eine Prise Gift. Bei jungen Lesern punktet Tim Bronkaus erster Fall der imaginären Neustädter Krimi im E-Book-Download – aber fragt ruhig mal im Buchhandel – oder hört zu, wenn Frauke Mohr daraus am Grömitzer Strand liest. Ganz nah am Original-Tatort.

So lernen wir das ABC

Von Affe bis Zebra

Man muss nicht warten, bis man sechs ist. Kinder sind neugierig und haben sogar mit vier und fünf Jahren schon Spaß daran, sich mit den geheimen Zeichen zu befassen, in denen die Geschichten versteckt sind. Fenja und Leon lernen das ABC bei einem Zoo-Besuch. Spiel und Spaß für schlaue Kids.

Zeit der Schutzengel

Schutzengel in VenedigIch mag dies Bild aus Luigi Frizzos Liberia Acqua Alta in Venedig. Ist doch gerade Engel-Zeit! Und die Bienen und der Rest der Natur hoffen, dass es so noch eine Weile bleibt. In Peter Jägers Engel-Märchen geht es letzten Endes um die knallharte Notwendigkeit, mit der Umwelt sorgsam umzugehen – aber eben locker erzählt, und im Generationen verbindenen Miteinander. Mit Schul- und Hoffest und Tierpark-Besuch ist für viel Action gesorgt, um schließlich von fleißigen Bienen belohnt zu werden: »Flüssiges Gold für die Retter der Bienen«. Christel Kruse hat das Buch mit Witz und Charme illustriert. Mal hineinlesen? > LESEPROBE – Was man noch nebenher erzählen kann: Rainer Neumann war es, der das Foto in der Lagunen-Stadt schoss. Als Reise-Kaufmann kommt er viel rum und kann auch viel erzählen. Im Frühjahr wird ein Buch daraus.

Allein mit sich ...

WittenseeWittensee in Schleswig-Holstein ist der Rückzugsort für Xenia, der die Welt zu laut, zu bestimmend, zu schnell geworden ist. In der Stille der Natur lässt sie ihr bisheriges Leben an sich vorüberziehen – geprägt vom Stress, so zu "funktionieren", wie die Eltern, die Kita, die Schule und schließlich auch der Freund es wollen. – Susanne Bienwald erzählt den inneren Kampf der jungen Frau einfühlsam in wechselnden Perspektiven. – Eine tiefgreifende Rezension von Maren Schönfeld: Bitte anklicken!

 

 

 

 

 

 

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