So oder so  21.10.2017

Im börsenblatt kann man über eine Karrikatur lachen: »Nie ein Buch in der Hand gehabt, aber plustert sich auf – der HÖRBUCHFINK«. Und während sich der Fink freut, dass ihm für ein Hörbuch kein Ast vom Baum gesägt wird, quaken die Unken schon vom neuen Trend und Rückgang der Lesefähigkeit künftiger Generationen. Hat doch das E-Book uns schon die Lust am haptischen Blättern genommen. Wozu diese Diskussionen? Es geht doch um Inhalte. Um Literatur. Ob wir nun handgelesen (still im Sessel), switch-geblättert (im Bett mit leuchtendem Display) oder mit geschlossenen Augen (bitte nicht im Auto) der sonoren Vorleserstimme lauschen – die Geschichten bleiben die gleichen. Und davon – das zeigt ja der Markt – brauchen wir immer mehr. In der Thematik ebenso wie in der Darreichungsform. Wir sind individueller geworden – jeder für sich. – Wittere ich da vielleicht Parallelen zur »Jamaika-Stimmung«? 

Günther Döscher

Eine andere Einsamkeit

WittenseeFrühling des Lebens für eine Studentin, die ihren Dozenten liebt. – Wittensee in Schleswig-Holstein ist der Rückzugsort für Xenia, der die Welt zu laut, zu bestimmend, zu schnell geworden ist. In der Stille der Natur lässt sie ihr bisheriges Leben an sich vorüberziehen – geprägt vom Stress, so zu "funktionieren", wie die Eltern, die Kita, die Schule und schließlich auch der Freund es wollen. – Susanne Bienwald erzählt den inneren Kampf der jungen Frau einfühlsam in wechselnden Perspektiven. – Eine tiefgreifende Rezension von Maren Schönfeld: Bitte anklicken!

Mutmacher

Schutzengel-Cover»Es freut mich sehr, dass Sie sich auf diese Art für Bienen einsetzen. Jungen Menschen durch ein Buch das Bienen-Thema nahe zu bringen, finde ich eine sehr lobenswerte Idee. Für das Bienenbuch von der Küste wünsche ich Ihnen viele interessierte kleine und große Leser.« So lobt Frankfurts Umwelt-Dezernentin Rosemarie Heilig Autor Peter Jäger. Ihr netter Wunsch erfüllt sich Tag für Tag mehr – aber die Thematik reicht weit darüber hinaus. Das Buch ist ein Appell ohne erhobenen Zeigefinger: »Achtet das Leben! Schützt eure Umwelt!« Beschlossen auf der Vollversammlung der Engel, die von ihrem himmlischen Standort die Erde wohl etwas besser im Blick haben als wir. Aber: »Schutzengel geben niemals auf«. Und so dringen irdische Probleme auf lockere Weise in die Zone des Nachdenkens ein und machen besonders jungen Lesern Mut zum Engagement. Mit Schul- und Hoffest und Tierpark-Besuch ist für viel Action gesorgt – um schließlich von fleißigen Bienen belohnt zu werden: »Flüssiges Gold für die Retter der Bienen«. Christel Kruse hat das Buch mit Witz und Charme illustriert. – Mal hineinlesen? > LESEPROBE

24 + 1 Geschichte

»Weihnachten hart und zart« begleitet uns eher rau durch Vorweihnachtszeit. Acht Autoren der Schreibgruppe »Blut & Feder« widmen sich darin mehr der dunklen Seite der Lichterzeit. Nun ja, im Grunde besteht die Weihnachtszeit aus Tagen, wie sie in allen anderen Zeiten auch sind. Voll mit Dingen, die wir lieber nicht aushalten möchten. Doch unser schönstes Fest macht die Fans von Krimi, Horror und Co. nicht zu Abstinenzlern. Für sie ist dieses Buch geschrieben, in dem selbst das Zarte eine gewisse Schräglage hat. Genug gewarnt. Weihnachts-Horror tut gut, wenn man sich klar macht, dass es wirklich nicht die realen Nachrichten sind. Eine friedliche Weihnachtszeit allerseits – und dass der zarte Teil dieser Weihnachten bei Ihnen zu Hause die Oberhand behält.

Menschen um Martin Luther
Das ist der Mann ...

... der in diesem Jahr den 31. November zum Feiertag macht. 500. Reformations-Jubiläum. Martin Luther war einer der Wichtigsten in unruhigen Zeiten, die unser Leben und Denken nachhaltig veränderten. Der Hamburger Maler Werner Fritz Zganiacz schuf Porträts von Menschen um Martin Luther. Der Theologe Andreas Pawlas setzte biografische Erläuterungen hinzu. Die Neuauflage des Buchs wurde mit historischen Darstellungen aus einem Sonderdruck zu Luthers 400. Geburtsjahr 1883 erweitert. Eine interessante Gegenüberstellung – auch in den Texten. Der großformatige »Bildband« ist eine gelungene Abrundung zu den vielfältigen Veröffentlichungen im Luther-Jahr 2017. – Im BLICK INS BUCH finden Sie auf Seite 16 eine ausführliche Inhaltsangabe.

Smutjes Bordbuch

Seeluft-Titel

Ulli Krause fuhr als Koch zur See und kann ein paar Tipps geben, die (nicht nur an Bord) zu engen Kochecken passen. Das macht er aktuell auf der Hamburger hanseboot. Dabei werden auch die Törn-Geschichten nicht zu kurz kommen, die eine besondere Würze seines Buchs »Seeluft macht hungrig« sind und Anregungen für Fahrten unter Motor und Segel geben. Liest sich gut – und in der Anwendung schmeckt’s auch. – In norddeutscher Küstennähe gibt es das Buch auch in Famila-Märkten.

Faszination oder Kulturschock?

No Prolem SirIndien! Da will ich unbedingt hin! – Indien? Alles, nur das nicht! – Für den Neugierigen ein Ort der Sehnsucht. Für verwöhnte Touristen ein Kulturschock. Wer sich das Abenteuer zutraut, ist froh es zu überstehen – und ist er zu Hause, will er wieder hin. Und die Inder selbst? Jene, die dort sind, dort bleiben müssen? »No Problem, Sir!« Das ist der Satz, den Sven j. Olsson immer wieder hörte. Drei unterschiedliche Aufenthalte tauchten ihn immer wieder in ungewohnte Situationen. Indien ist Chaos – aber gefüllt mit Menschen, die in diesem Tohuwabohu ihren Ordnungssinn versteckt haben. Manchmal amüsiert es. Manchmal treibt es den Blutdruck in die Höhe. Oder kann man gar davon lernen? Alltagsgeschichten aus einer anderen Welt – dazu formatfüllende Bilder, die nicht nach Pracht und Schönheit suchen, sondern Indien zeigen, so wie es ist. Hier ist eine Leseprobe – und hier ein YouTube-Trailer – und hier können sie das ganze Buch erwerben: SHOP

 

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LESETERMINE

SUSANNE BIENWALD
liest aus ihrem Buch »Wittensee«

Do 26.10.2017
- 10:00 Uhr:  Frauenfrühstück mit Lesung, Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg
Fr 03.11.2017 - 19:30 Uhr:  Stadtteilhaus Horner Freiheit / Bücherhalle Horn, Am Glojenboom 46, 22111 Hamburg

 

ULLI KRAUSE
präsentiert Inhalt und Nutzen seines Bord-Kochbuchs »Seeluft macht hungrig« vom 28.10.–05.11. täglich um 17:00 Uhr auf der »hanseboot« in den Hamburger Messehallen (am 4.+5.11 ab 16:30 Uhr)

 

PETER JÄGER
präsentiert sein Buch »Schutzengel geben niemals auf« am 3. November im VHS-Literaturkreis in der Quickborner Stadtbücherei

 

LUISA NATIWI
beteiligt sich an den diesjährigen Kinder- und Jugendbuchwochen in Schleswig-Holstein mit ihren afrikanischen Märchen, die sie unter dem Titel »Dr. Limilim der Urwald-Doktor« veröffentlicht hat.
Termine: 13.11.: Elmshorn, Stadtbücherei; 14.11.: Neumünster, Stadtbucherei; 14.11.: Tarp, Gemeindebücherei; 15.11.: Tondern (DK), Deutsche Bücherei; 21.11.: Lübeck, Stadtbibliothek; 22.11.: Plön, Stadtbücherei

 

SVEN j. OLSSON
Do 02.11.2017 -
20:00 Uhr: Premiere von »Devdas«, deutsche Uraufführung der bekannten indischen Liebesgeschichte, Dramatisierung von Sven j. Olsson.
Lesungen aus seinem Buch »No Problem, Sir! – Indische Momente«
So 05.11.2017
- 16:00 Uhr: Horner Freiheit (Lesung mit Bildern), Am Gojenboom 46, 22111 Hamburg
Di 07.11.2017
- 19:00 Uhr: Bücherhalle Schnelsen (Lesung mit Bildern), Wählingsallee 19, 22459 Hamburg
Mi 08.11.2017 - 19:00 Uhr: Bücherhalle Langenhorn, Langenhorner Markt 9, 22415 Hamburg
So 12.11.2017 - 16:00 Uhr: Stadtteilhaus Lenzsiedlung, Julius-Vosseler-Straße 193, 22527 Hamburg
Do 16.11.2017 - 19:30 Uhr: Bücherhalle Elbvororte, Sülldorfer Kirchenweg 1B, 22587 Hamburg
Am 9. Nov., 20 Uhr, beteiligt sich Sven j. Olsson im Kulturhaus Eppendorf an der Slam-Veranstaltung »Gegen das Vergessen«

Einer geht noch

TineWittler

Das Jahr wechselt in die Bar-Saison. Tine Wittler – in ihrer Bar »Parallelwelt« gern mal selbst hinterm Tresen – mag diese Zeit. Der Sonne hatte sie einst den Namen »Gelbe Sau« verpasst, weil sie die Kunden aus der Bar lockte. Tine Wittler hat die Bar-Typen studiert, liebevoll bedichtet, mit Cocktail-Rezepten umrankt und in ein Buch gepackt. Marlies Schaper hat es schwungvoll illustriert. Mit »Tresenlyrik schlückchenweise« ist die »Lokalrunde« treffen erklärt – die richtige Lektüre für Leute, die nach einem Schnäpschen zum Philosophieren neigen … LESEPROBE

Nachspielzeit

Helgoland meldet in diesen Tagen übrigens +1° mehr als die Küste. Nachspielzeit für echte Fans – auch weil es jetzt runde 70 Jahre her, dass die Engländer mit dem »Big Bang« alle militärischen Anlagen samt der Munitionslager in die Luft jagten. Fünf Jahre später gehörte Helgoland wieder zu Deutschland. Damals kehrten auch die Eltern von Reimer Boy Eilers auf die zerbombte Insel zurück. Das war seine Kindheits-Welt. Forscherdrang in den Katakomben. Mit dem Onkel zum Hai-Angeln. Vom Vater etwas über die Geschichte erfahren… In seinem Buch wird deutlich, wie und durch was die Insel ihn formte. »Heimat Helgoland« ist der Titel eines beachteten NDR-Doku-Dramas um den Insel-Fotografen Franz Schensky. – Was Reimer Boy Eilers über den Mann mit der Kamera zu sagen hat, lesen Sie in diesem > BUCH-AUSZUG

Das war der 1. Fall

Der Tote im Yachthafen [9783944459264.jpg,104 KB]Sommer an der Ostsee. Für Autorin Frauke Mohr ist das Grömitz-Zeit. Dort auf dem Campingplatz entstand »Der Tote im Yachthafen«, während ihre Jungs Sandburgen bauten. Um einen Prachtbau im Naturschutzbereich geht es im Krimi. Irgendwie hat das Geld das Sagen – und schließlich noch eine Prise Gift. Bei jungen Lesern punktet Tim Bronkaus erster Fall der imaginären Neustädter Krimi im E-Book-Download – aber fragt ruhig mal im Buchhandel – oder hört zu, wenn Frauke Mohr daraus am Grömitzer Strand liest. Ganz nah am Original-Tatort.

 

 

 

 

 

 

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