Erinnerungen  02.02.2017

Woher nehmen Schriftsteller ihre Themen? Sehen wir es einmal ganz einfach: Aus dem Kopf! Und ob Kopf oder Topf: Man kann nur herausnehmen, was vorher hineinkam. Der Vergleich Kopf/Topf gefällt mir: Der Topf steht auf dem Herd, die Zutaten brodeln überm Feuer, vermengen sich, man rührt, damit nichts anbrennt, würzt und schmeckt ab. Dann kommt's auf den Teller. Dem einen schmeckts vorzüglich, ein anderer hätte es gern salziger, pfeffriger, ein dritter nimmt's hin, freut sich aber schon auf den Pudding. Alles so ähnlich wie beim Bücherlesen. – Die älteren Schriftsteller haben meist die eigenen Lebenserfahrungen als Zutaten in ihrem Kopf. Ihnen ist diesmal diese Eingangsseite gewidmet – und ganz besonders Liesel Hünichen.

  Günther Döscher

Weißt du noch ...

Cover Dennoch haben wir gelacht [9783944459295 (2).jpg,908 KB]

... Erinnerungen können sich auf wundersame Weise vermehren! »Dennoch haben wir gelacht...« 20 Zeitzeugen haben notiert, was sie in Dörfern und Städten, im Norden und Süden Deutschlands, im Ruhrpott, in Russland und Argentinien erlebten. Ihr »Damals« umfasst den Zeitraum 1933–1955. Lange schwiegen sie, weil es niemand wissen wollte. Die Zeit ist reif. Ein Buch, das Erinnerungen präsentiert – und die eigenen weckt.

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Liesel Hünichen

Niemand im Kreis unserer Autorinnen und Autoren ist älter als Liesel Hünichen. 1919 wurde sie in Münster geboren – da war der Weltkrieg gerade vorbei, und man wusste noch nicht, dass man ihn einmal den "Ersten" nennen würde. Wie das Leben damals war, was sie als Kind und junges Mädchen bewegte, schrieb sie in kleinen Geschichten auf. Dass diese Zeit »Jugendjahre zwischen den Weltkriegen« waren, wurde auch erst klar, als der Zweite Weltkrieg und auch die Jugend beendet waren. Aus den Geschichten wurden Zeitzeugen-Berichte, in denen mitschwingt, wie sich die Zeit entwickeln wird. Mal als Warnung – mal als Hoffnung. Liesel Hünichen hatte nicht vor, erst Volksfürsorgerin, später Sozial-Politikerin zu werden. Es hat sich einfach so ergeben – »...weil es notwendig war«. Beim Aufräumen während ihres Umzugs zur Familie der Tochter und zu den Enkeln fand sie das Manuskript einer mystischen Bergwanderung. Gerade ist es zum Buch geworden und stellt die Frage in den Raum: War Rübezahl vielleicht gar nicht böse, sondern stattdessen ein schüchterner Robin Hood, freundlich und zärtlich und obendrein noch blitzgescheit?

Ein Geschichtsbuch

Jugendjahre-Weltkriege [Cover-9783944459394-RGB.jpg,86 KB]Liesel Hünichen feierte gerade ihren 96. Geburtstag. Als sie 1919 in Münster geboren wurde, war der 1. Weltkrieg gerade vorüber. Als Zeitzeugin berichtet sie aus ihrer Jugendzeit: das erste Radio, die Mutter mit Auto, das Leben in der Kleinstadt. Und von der Hitler-Jugend, die alle Vereine in sich aufnahm, vom Reichsarbeitsdienst in Worpswede und schließlich als Fürsorgerin in Kriegsjahren des 2. Weltkriegs. 70 Jahre danach ist ihr Leben ein Geschichtsbuch.


Grüße von Rübezahl

Cover: Begegnung im Riesengebirge

23-jährig begleitet Liesel Hünichen als Fürsorgerin mitten im Krieg Kinder und Mütter zur Erholung ins Erzgebirge. Das ist eine Urlaubs-Gelegenheit: Bergwanderung auf die Schneekoppe. Wie aus dem Nichts erscheint ein freundlicher Hüne mit blitzenden Augen unterm grünen Lodenhut. Er begleitet sie, unterhält sie mit klugem Allwissen – es wird schließlich ein romantischer Abend. Am nächsten Morgen ist er fort. Ein Gruß auf einem Zettel und das Versprechen »Ich bin bei Dir« machen die junge Frau nachdenklich. War die flüchtige Romanze vielleicht die mystische Begegnung mit der Sagengestalt Rübezahl? Ist der wilde Berggeist in Wirklichkeit ein sanfter Schutzherr, der ihr den Weg durch den plötzlichen Nebel weist?

Autoren-Lesung

SUSANNE BIENWALD
liest aus ihrem Roman "Wittensee"

09.03.2017 - 19:00 Uhr - 20146 HH, Schlüterstr. 6: Wohnzimmerlesung der Hamburger Autorenvereinigung – Bitte anmelden: info@hh-av.de
10.03.2017 - 18:00 Uhr - 27568 Bremerhaven, Löningstr. 12: »Ladies Night« in Wortwerke im morgenland (3 Autorinnen lesen)
12.03.2017 - 18:00 Uhr - 22926 Ahrensburg, Lübecker Str. 8: Kulturzentrum Marstall am Schloss e.V.
27.03.2017 - 10:00 Uhr - 22159 Hamburg, Berner Heerweg 183 (U-Farmsen): VHS-Zentrum Ost
27.03.2017 - 19:30 Uhr - 21079 Hamburg, Kanalplatz 6: KulturWerkstatt Harburg

Plötzlich nur Nichts!

Plötzlich ist alles weg. Eben radelte Liesel Hünichen noch durch den sonnengefluteten Frühlingswald – dann der Blick vom Hügel. Und wo sonst der Kirchturm aus der Stadt herausragte – nichts als wabernder Rauch. Ihr Elternhaus – ein Haufen schwarzer Trümmer, aus dem noch kleine Flammen züngeln. Die Eltern – sie findet sie später auf einem Bauernhof, wo ihnen ein Schlafplatz auf dem Hühnerwiemen angeboten wurde. Die »Stunde Null« schlug sieben Wochen vor Kriegsende – und sie dauerte ungezählte Stunden. Das herbeigesehnte Kriegsende war ein Vakuum ohne Hoffnung, ein Leben in Ohnmacht, in dem man tat, was nötig war, fast ohne es zu bemerken ...

Wir schafften das!

Cover12 Millionen Flüchtlinge musste Deutschland trotz zerbombter Städte und eigener Not 1945 aufnehmen. Sie kamen aus Schlesien, aus Ostpreussen oder aus dem Sudetenland und fanden Unterkunft in Waschküchen, Ställen und Scheunen. Familien ohne Väter. Junge Mütter ohne Hilfe. Liesel Hünichen (97) war von 1948 bis 1951 Sozialarbeiterin in Hildesheim. Die Notizen in ihrer »Schwarzen Kladde« sind die Grundlage ihrer Erinnerungen, die sie bereits in den 70er Jahren aufzeichnete. Es ist ein persönliches Geschichtsbuch über die spätere Nachkriegszeit, als die Deutschen »ins Leben zurückkehrten«. – Die Fortsetzung des Buchs »Meine Stunde Null«.

Notwendigkeiten

Cover: Weil es notwendig war

Recht des Einzelnen, Schutz der Kinder, Emanzipation, Achtung der Hilfsbedürftigen, Gleichstellung von Frau und Mann, Respekt vor anderen Meinungen, Religionen und Kulturen. Wir schrieben es uns zum Neuanfang des Staates in Verfassung und Grundgesetz – aber es waren Menschen erforderlich, die es verwirklichten und vorlebten. Die Autorin illustriert mit »Geschichten« aus der Nachkriegszeit bis hinein ins neue Jahrtausend die deutsche Sozialgeschichte – nicht nur im lokalen Raum. Sie berichtet, wie ihre schuldbeladene Generation aus der deutschen Geschichte lernte und außer dem »Wirtschaftswunder« in stetiger, beharrlicher Arbeit einen Sozialstaat aufgebaut hat, der von vielen Ländern als Vorbild angestrebt wird. Ihr Bericht ist auch eine Darstellung ehrenamtlichen Engagements als unverzichtbares Element unserer freiheitlichen Demokratie.